Lehren lernen - Ordnung

Also, noch einmal...
"Sobald wir denken, ordnen wir" - Zitat aus der Veranstaltung am 23.11. 2005.
Das erscheint mir irgendwie nicht ganz schlüssig... Gehe ich mal von mir aus: Gibt es nicht "manche Situationen" (drücken wir es mal so aus), in denen man "einfach nur so vor sich hindenkt", ohne die Spur einer Ordnung...? Kennt bestimmt jeder, oder? Und das soll nun doch geordnet sein...?
Erscheint also auf den ersten Blick nicht wirklich einleuchtend. Betrachtet man aber alles ein wenig spezifischer - macht sich also Gedanken über die Gedanken... - dann ist eine gewisse Logik erkennbar. Denn tagtäglich sind es ja unzählige Reize, welche auf unser Gehirn einwirken und gäbe es dort keine Ordnung, wären wir sicherlich nicht in der Lage, einigermaßen durch das Leben zu kommen, ohne mit Reizen völlig überflutet zu sein.
Somit macht die Aussage, Sinnesreize in eine begründete Reihenfolge zu bringen, sei Ordnung, doch Sinn.
Auch, dass alles, was wir produzieren, einer gewissen Ordnung zugrunde liegt, erscheint dadurch logisch - auch, wenn sicherlich nicht nur mir bei manch einem Kunstwerk gewisse Zweifel kommen...
Somit ist Ordnung also sowohl eine Form des Ausdrucks als auch der Erkenntnis, die benötigt wird, um selbige zu reproduzieren (das scheint zu erklären, weshalb das mit meiner Chemieklausur ein wenig problematisch war...).
In diesem Zusammenhang spielt das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit eine wichtige Rolle. Dass selbiges Bedürfnis ein menschliches ist, erscheint mir unumstreitbar.
Was nun aber Ordnung mit diesem zu tun hat...!??
Andererseits: Wägen wir uns nicht in Sicherheit, wenn alles "in Ordnung" ist...?
Irgendwo macht es also doch Sinn, denn schliesslich sind wir Menschen es doch, die unser Leben einer gewissen Ordnung und Regeln unterwerfen, um ein Maß an Sicherheit zumindest einmal anzustreben (ob das nun immer möglich ist, ist eine andere Frage).
Zu guter Letzt möchte ich kurz die im Seminar dagestellten Kriterien der Ordnung erwähnen, um im Anschluss selbige teilweise zu kommentieren, da mir einiges daran missfällt:
1. Zuordnen: Das In - Beziehung - Setzen einzelner Elemente aufgrund z.B. gleicher Eigenschaften,
2. Einordnen: Mehrere Elemente gruppieren,
3. Überordnen &
4. Unterordnen: Hierarchien bilden, also eine räumliche Gliederung, die die Natur nicht vornimmt,
5. Vorordnen &
6. Nachordnen: Zeitlicher Ablauf, d.h. Planung,
7. Strukturbildung und
8. daraus resultierend: Beiordnen.
Mir erscheinen die meisten dieser Punkte in sich schlüssig, aber ich sehe im Grunde keinen Sinn hinter dem Ganzen... Wozu gibt es diese Kriterien, bzw. wozu ist eine Unterscheidung zwischen ihnen von Nöten???
Inbesondere Punkt 4 erscheint mir unlogisch: Wieso kommt die Bildung von Hierarchien nicht in der Natur vor? Ist es nicht im Gegenteil z.B. im Tierreich absolut üblich und verbreitet?
... Es lebe die Technik! Auf dass es nun funktioniert... Ich denke, also ordne ich... oder?
Jule-online - 23. Nov, 15:30